Darstellbar und belastbar – Ihr Lebensplan

Lebensplanung klingt nach viel Spaß, Aufregung, etwas Neuem, Sinn und Erfolg sowie der Sicherheit auf dem richtigen Weg zu sein. Warum gibt es dann so viele Menschen die sich gescheitert fühlen, die nicht mehr weiter wissen und von einem großen Plan für Ihr Leben längst Abstand genommen haben? Was hat ein Lebensplan mit Spaß und Aufregung oder mit Sinn und Erfolg zu tun? Wann macht ein Lebensplan überhaupt Sinn und wie erstellt man einen Lebensplan?

Wenn Sie mit Menschen sprechen die in einer depressiven Phase sind, hören Sie oft, dass sich diese Menschen “ausgebrannt” fühlen – daher der Begriff des Burnouts. Ausgebrannt zu sein, bedeutet, dass die Energie weg und keine Kraft mehr da ist, um sich selber zu helfen. Menschen in einer Depression können mit professioneller Hilfe über mehrere Phasen (Akzeptanz – Therapie oder Coaching – Physische Blockaden lösen – Mentale Blockaden lösen – Neue Ziele finden) zu neuer Energie finden. Was am Ende aber entscheidend ist, ist die Frage: “wie soll es weitergehen”. Wie es weitergehen soll ist deshalb so wichtig, weil man alte nicht-hilfreiche Muster nicht wieder aufleben lassen will, sondern neue hilfreiche Wege gehen möchte.

Egal ob Sie Ihr Leben nur neu in den Griff bekommen, sich einfach nur verändern oder einen Weg aus dem Burnout finden wollen:  Sie brauchen einen Plan, einen Lebensplan. Doch wie sieht sowas aus und wie erstellt man sowas? Letztlich müssen Sie sich die Frage stellen, was Sie für sich selber vom Leben erwarten. Dabei dürfen Sie ruhig ein wenig träumen. Pläne machen bedeutet nicht, dass man sich absolut sicher sein muss. Ein Plan ist nur ein Plan. Worauf es aber ankommt ist – Trommelwirbel – die Tatsache, dass Sie für diesen Plan brennen. Ja, richtig gelesen, dieser Plan sollte ein derartiges Feuer in Ihnen entfachen, dass Sie lieber gestern  als heute damit hätten anfangen wollen. Dieser Plan beschreibt das schönste Leben dass sie sich wünschen können – mit Ihnen in der Hauptrolle. Interessiert?

 

Ein Plan für den Sie brennen

Aus diesem Blickwinkel bekommt der Begriff “Burnout” noch eine weitere Bedeutung.Wer nicht mehr für das, was in seinem Leben geschieht, brennt, wie soll der sich motivieren und wie soll dieser Mensch den alltäglichen neuen Herausforderungen und Veränderungen begegnen. Keine Kraft zu haben, keine Energie zu haben ist etwas mit dem wir Menschen ganz gut umgehen können. Was den Burnout so schlimm macht, ist, das wir nicht mehr für unser Leben brennen.

Menschen die nicht mehr für Ihr Leben brennen, was ist mit denen? Geben die auf, resignieren die, oder schleppen die sich einfach nur noch durch, so gut es geht? Es kann durchaus auch ein Plan sein, gerade so durch zu kommen. Selbstverständlich, auch das ist ein Plan. Und wenn jemand damit zufrieden ist, dann ist das prima. Es liegt mir an dieser Stelle auch völlig fern, den einen Plan über den anderen zu stellen. Doch können Sie sich vorstellen, wie viel mehr Spaß es macht, wenn man morgens aufsteht und für das was man am Tag erledigen will geradzu brennt, sich darauf freut, und das Tag für Tag. Können Sie sich an die Dinge in Ihrem Leben erinnern, die in Ihnen ein Feuer entfacht haben, ein Feuer der Begeisterung und Leidenschaft, der Initiative und des Durchsetzungswillen, ein Feuer das Sie zu Höchstleistungen und den schönsten Momenten Ihres Lebens angetrieben hat?

Für einige Menschen kann alleine der Gedanke daran, einen Lebensplan haben zu müssen, der so großartig ist, dass sie dafür brennen, bereits eine ungeheure Belastung darstellen. Das verstehe ich. Deshalb möchte ich Ihnen an dieser Stelle anbieten, das Ganze etwas einfacher zu betrachten. Stellen Sie sich doch Ihren Lebensplan als eine Investition in Ihr Leben vor. Würden Sie gerne in Ihr Leben investieren? Würden Sie gerne Ihren Träumen etwas näher kommen? Sind Sie bereit 45 Minuten in Ihr Leben zu investieren?

 

Ein Plan der aufgeht und Belastungen standhält

Wenn Sie zu einer Bank gehen und um einen Kredit möchten, dann fragt man Sie nach einem darstellbaren und belastbaren Plan. Dahinter verbirgt sich ein Finanzplan, der a) Ihre Einnahmen und Ausgaben gegenüber stellt und b) Ihre zukünftige Entwicklung unter Abwägung aller Chancen und Risiken berücksichtigt, um im Ergebnis eine Prognose zu erstellen, die Auskunft darüber gibt, wie wahrscheinlich es ist, dass Sie die Raten für die Rückzahlung des Kredites aufbringen können und wie hoch das Ausfallrisiko ist.

Darstellbar bedeutet also, dass Sie einen Plan haben, der aufgeht. Belastbar bedeutet, dass Ihre gesamte Entwicklung den Plan stützen wird.

 

Was ist das Ergebnis Ihres Lebensplanes und wie unterstützt Ihre Entwicklung diesen Plan?

Nun, da wir die Rahmenbedingunen geklärt haben, können wir uns der Frage widmen: Darf es ein bisschen mehr sein? Sie kennen die Frage? Wenn Sie beim Metzger sind und dieser Ihre Bestellung ausgewogen hat und feststellt, dass es ein wenig mehr ist, als von Ihnen bestellt, dann fragt dieser i.d.R.: “Darf es ein wenig mehr sein?” An dieser Stelle kommt es darauf an, wie Sie “gestrickt” sind? Neigen Sie dazu zu sagen: “nein, lieber nicht” oder eher dazu zu sagen: “ja, gerne”?

So ungefähr ist das auch mit Lebensplänen. Unsere Prägungen, unsere Neigungen und unsere Ansichten bestimmen unser Verhalten. Jetzt ist dies aber kein Artikel über Prägungen (hier empfehle ich Ihnen “Welche Annahmen bestimmen Ihr Leben“). Mir geht es vielmehr darum, dass Sie erkennen was Ihr aktueller Lebenplan für Sie bereit hält und sich fragen: “ist das wirklich schon alles?”

Wenn Sie mit Ihrem Lebensplan bereits zufrieden sind, dann gratuliere ich Ihnen hiermit. Sollten Sie sich aber unsicher sein oder gar sagen: “es wäre toll, wenn da noch mehr für mich drin wäre”, dann lade ich Sie zu einer kleinen Übung ein. Die einzige Vorrausetzung ist: Sie müssen absolut ehrlich sein!

Bitte nehmen Sie sich einen Schreibblock und zeichnen Sie eine Tabelle wie die nachstehende. Die Überschriften sind selbstverständlich zwingend. Die Inhalte hingegen sind nur Beispiele, damit Sie ein besseres Verständnis von dieser Übung bekommen. Erstellen Sie diese Tabelle für Sich und mit Ihren Inhalten.

 

Lebensbereich Zustand heute Gewünschter Zustand Entwicklung dorthin Zeitraum Aufwand
Finanzen Konto im Minus Guthaben > xxx EUR Weniger ausgeben sofort Disziplin
Mehr verdienen 1 Jahr 10 Std/Woche
Liebe Single glücklich verliebt
wenig Selbstliebe ich bin mein größter Fan
Selbstbestimmung
Wohnsituation
Reisen
u.s.w.

 

Wenn Ihnen diese Übung gezeigt hat, dass es doch noch einige Dinge gibt, an denen Sie arbeiten möchten, dann haben Sie einen Weg dargestellt und eine Entwicklung die diesen Weg unterstützt. Gratuliere! Wie fühlen Sie sich nun damit? Haben Sie bestimmte Bilder im Kopf, die diesen Plan begleiten? Hören Sie sich, zu sich selber etwas sagen, dass diesen Plan kommentiert?  Dann schreiben Sie das auf, bevor Sie es vergessen. Wir kommen darauf zurück.

 

Lebenspläne umsetzen

Pläne machen ist einfach, das Umsetzen ist dann schon schwieriger – es ist ein wenig wie mit den guten Neujahrsvorsätzen: erinnern Sie sich an Ihre Neujahrsvorsätze? Wie diszipliniert und hartnäckig sind Sie? Waren die Vorsätze motivierend genug, dass Sie sie umgesetzt haben? Kam etwas dazwischen und wenn ja, war das letztlich besser? Aus heutiger Sicht: wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Vergangenheit, bezogen auf die Umsetzung von Plänen?

Keine Sorge: Sie sind in guter Gesellschaft, ganz gleich ob Sie zu denjenigen gehören, die Ihre Vorsätze umsetzen oder nicht. Hier finden Sie 3 Schritte die Ihnen helfen, Ihren Plan umzusetzen.

Schritt 1: Die gute Nachricht ist: Sie haben sich dabei kennen gelernt, wie Sie mit der Umsetzung von Vorsätzen umgehen, und wissen, was Sie noch verbessern können. Die möglicherweise schlechte Nachricht ist: Lebenspläne, für die Sie nicht brennen, können Sie gleich wieder zerreißen.

Machen wir also den Test! Dazu nehmen Sie bitte Ihre Tabelle und markieren jeden “Gewünschten Zustand” für den Sie wirklich brennen, für den Sie alles geben würden und den Sie sich in Gedanken vorstellen können – mit allen Sinnen. Es ist ganz wichtig, dass Sie jeden so markierten “Gewünschten Zustand” als ein Bild im Kopf vor sich sehen und erleben was in diesem Zustand passiert. Gefällt Ihnen was Sie sehen, hören und fühlen? Dann ist die Markierung richtig. Ansonsten lassen Sie die Markierung wieder fallen.

Schritt 2: Wenn Sie so die für Sie wichtigen “Gewünschten Zustände” identifiziert haben, dann müssen Sie diese noch in eine Reihenfolge bringen die:

    1. sinnvoll ist, in dem Sinne, dass Abhängigkeiten berücksichtigt werden (z.B.: Führerschein machen bevor Sie ein Reisemobil mieten),
    2. tragbar ist, in dem Sinne, dass Sie sich hinsichtlich Aufwand nicht überlasten. Fangen Sie mit kleinen Dingen an, dann haben Sie schnelle Erfolge, und
    3. realistisch ist, in dem Sinne, dass Sie sich nicht bezüglich Ihrer Erwartungen unter Druck setzen (z.B.: eine Greencard für die USA braucht einfach Zeit)

Schritt 3: Schreiben Sie nun die Tabelle erneut auf einem neuen Blatt Papier – aber dieses Mal nur die markierten Punkte und in der Reihenfolge, die sinnvoll, tragbar und realistisch ist.

Voilá, Ihr erster Wurf zu einem Lebensplan inkl. Umsetzung ist fertig.

 

Der Weg ist das Ziel

Sie kennen vielleicht den Ausspruch von Alice im Wunderland: “Ohne eine Richtung, führt jeder Weg zum Ziel.”  In diesem Sinne sollten Sie auch den soeben erstellten Lebensplan sehen. Er ist sicher nicht vollkommen und umfassend. Er wird auch mit Sicherheit noch viele Male überarbeitet werden. Das Wichtige ist aber: er gibt Ihnen eine Richtung – und hoffentlich damit auch ein Gefühl, dass Sie für Ihr Leben und das, was Sie daraus machen wollen BRENNEN!

Ich wünsche Ihnen Viel Erfolg!

Ihr Achim Lelle

Leave a comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.