Die Karte ist nicht das Gebiet

Im NLP nach Dr. Richard Bandler gibt es einen entscheidenden Satz, der die Sichtweise eines NLPlers ganz gut deutlich macht: „The map is not the territory“, zu Deutsch: „Die Karte ist nicht das Gebiet“.

Was mit diesem Satz gemeint ist, wird jedem klar, wenn wir uns eine Landkarte vorstellen. Selbst dabei kommen wir schon an den Punkt, bei dem wir uns fragen, soll es eine Autobahnkarte sein, eine politische Karte oder eine Karte zum Radeln oder Bergwandern. In jeder dieser Karte kann das selbe Gebiet beschrieben werden, aber jeweils mit anderen Informationen. Während bei der einen Karte das Strassennetz im Vordergrund steht, bei der anderen Karte die Völkergruppen und deren Grenzen, wird im letzteren Fall eher die Höhenunterscheide, Steigungen und Namen der Berggipfel genannt.

Wenn wir eine solche Karte anschauen, aber eben nicht die anderen Karten, dann ist klar, dass uns einige Informationen fehlen. Sicher kann es sein, dass uns diese Informationen auch nicht relevant erscheinen, aber dennoch, es sind Sachverhalte die das gesamte Gebiet ausmachen. Was wir dabei tun ist, wir erstellen in unserem Kopf eine eigenen Karte, die das abspeichert, auf das wir fokussieren. Der Rest fällt weg. Wir schaffen dabei Erinnerungen, die verallgemeinert, verzerrt und unvollständig sind.

Erinnerungen sind wie eine Karte des Erlebten

Ähnlich verhält es sich mit den Erinnerungen die wir haben. Diese wurden angesichts einer wahrgenommenen Realität erschaffen, ganz egal welche Details wir dabei aufgenommen haben, wie viele und über welche Sinnesorgane. Sehr oft entsteht dabei ein verzerrtes, unvollständiges und verallgemeinertes Bild.

Zum Beispiel: stellen Sie sich vor, Sie sind in New York, im 110 Stock eines Hochhauses und schauen auf die Strasse vor Ihnen hinunter. Sie sehen die Autos, wie viele es sind und an welcher Stelle der Stau beginnt. Sie sehen die Bewegung und die Farben und Sie hören den Lärm (der aber gemischt ist mit dem Lärm anderer Quellen). Im Vergleich dazu nimmt jemand der direkt an der Strasse auf dem Gehweg steht etwa völlig anderes wahr. Er sieht in die Autos, sieht die Menschen, das Interior und was im Auto geschieht. Er hat allerdings keinen Einblick in die Situation 200m weiter, wann der Stau beginnt, etc.

Auf die Perspektive kommt es an

Es kommt also auf die Perspektive an, auf die verschiedenen Blickwinkel, wenn es um die Vollständigkeit, Genauigkeit und Eindeutigkeit einer Realität geht.

In der Neuro-Linguistischen Programmierung machen wir uns diese Erkenntnis zu Nutzen. Jede Problematik, jede Herausforderung, jede Bedrohung der wir begegnen liegt eine Wahrnehmung zu Grunde. Diese Wahrnehmen bestimmt wie unser Gehirn, insbesondere unser Limbisches System die Dinge bewertet, die es über die Sinnesorgane zugespielt bekommt. Kommt es z.B. zu einem Eindruck wie „da steht ein Säbelzahntiger“, dann kann es sein, dass unsere abgespeicherten Erinnerungen uns blitzschnell in Angst versetzen.

Wie wir also reagieren, ist abhängig von diesen Erinnerungen in uns, welche man auch mit abgespeicherten Mustern vergleichen kann – Muster die unser Gehirn als Vergleich heranzieht um eine Situation einzuschätzen. Wir nennen diese Muster auch gerne unser „Prägungen“.

Wenn wir unseren Klienten helfen wollen, dann können wir dies, in dem wir diese Prägungen hinsichtlich Vollständigkeit, Genauigkeit und Eindeutigkeit hinterfragen. Dabei bieten wir dem Klienten neue Sichtweisen an, die das abgespeicherte Bild anreichern, möglichst hin zu einer für ihn positiveren Erinnerung.

Wir helfen den Klienten dabei, die Karte, die er/sie im Kopf hat ständig zu verbessern, so dass das Gebiet deutlicher und weniger bedrohlicher wird.

Vielleicht hilft dieser Ansatz ja auch Ihnen.

Machen Sie´s gut.

Ihr Achim Lelle

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