Geben Sie ihrem Kopf eine Richtung

Wenn wir viele Optionen haben, dann hilft es, wenn man Kriterien hat, nach denen man den oder die nächsten Schritte auswählen kann. Es ist einfach eine sogenannte “To Do” Liste zu erstellen, aber es ist nicht so einfach, die nächsten Schritte daraus abzuleiten. Viel zu viele bewusste und unbewusste Einflüsse wirken auf uns zum gleichen Zeitpunkt. Wir werden regelrecht auseinander gerissen, in verschiedene Richtungen, mit unserem Denken und unserem Handeln.

Dieses Problem ist nicht neu und es gibt natürlich eine ganze Reihe guter Ansätze um damit umzugehen. Allerdings hat keiner die Zeit, jedes Mal eine gründliche Aufarbeitung der Prioritäten durchzuführen. Darum brauchen wir ein einfaches System, anhand dessen wir schnell eine Entscheidung fällen können.

Heute stelle ich Ihnen dazu eine Kombination aus 2 Matrixen vor: Die Eisenhower Matrix und die Aufwand & Wirkungs  Matrix.

Die Eisenhower Matrix

Dwight ‘Ike’ Eisenhower, war, bevor er der 34. Präsident der Vereinigten Staaten wurde, auch der Oberste Befehlshaber der Alliierten Streitkräfte im 2. Weltkrieg. Er war bekannt für seine unbarmherzigen Entscheidungsfindungs-Fähigkeiten und seinem Fokus auf Produktivität. Seine Vorgehensweise bei jeglicher Entscheidung kann man auf zwei wesentliche Kriterien reduzieren: ist etwas wichtig und ist etwas dringend.

Wenn man sich fragt, wie viel Zeit man für jede wichtige Aufgabe hat, also ob etwas dringend ist oder nicht, dann kann man diesen Entscheidungsprozess in eine Matrix fassen. Die daraus resultierende Matrix ist das, was später als die “Eisenhower Matrix” bekannt wurde.

Nur was wichtig ist UND dringend, sollte sofort gemacht werden. Alles andere können Sie für später einplanen, delegieren oder komplett eliminieren. Die Beispiele, die unter den jeweiligen Aktionen genannt sind, sind keineswegs erschöpfend und vollständig. Wichtig ist, dass Sie ein Gefühl für die Einteilung bekommen und sich die Frage stellen: ist etwas wirklich wichtig UND dringend.

Wenn Sie Ihre To Do – Liste nach diesem Schema einteilen, dann bleiben wahrscheinlich nur noch einige wenige Dinge, die Sie sofort erledigen müssen. Wenn Sie diese erledigt haben, dann werden Sie sich bereits besser fühlen und haben zumindest einen kleinen Erfolg erzielt.

Trotzdem kann es sein, dass wir immer noch nicht ganz zufrieden sind. Der Grund dafür liegt in unserer Einschätzung des Aufwand / Nutzen Verhältnisses. Nur allzu gerne tun wir die Dinge, die schnell erledigt sind und einen bedeutenden Nutzen bieten. Dabei ist es uns oft egal, wie wichtig und dringend diese Dinge sind. Das Gefühl, mit wenig Einsatz schnellstens zu einem Ergebnis zu kommen, ist äußerst verlockend. Aber Vorsicht. Wer beispielsweise seine Steueranmeldung liegen lässt, weil es gerade “günstiger” oder “passender” scheint, das nächste Update einer Software einzuspielen, der riskiert Strafen, Säumniszuschläge und das Augenmerk des Finanzamtes. Wer eine Präsentation fertigstellt, oder eine Webseite, oder ein Gemälde – ganz egal – und dabei die Krise mit dem Auftraggeber, mit dem Ehepartner oder den Kindern übersieht, wird höchst wahrscheinlich auf Unverständnis stoßen, was weitreichende Folgen haben kann.

In jedem Fall ist es aber sinnvoll, einen Blick auf das Aufwand / Nutzen  Verhältnis zu werfen.

 

Die Aufwand / Nutzen Matrix

Wenn der Nutzen einer Handlung größer ist, als der Verlust, der entsteht, wenn man dadurch etwas anderes liegen lässt, dann kann man diese Handlung ruhigen Gewissens vorziehen.

Hierzu 3 Beispiele:

  • Die Einarbeitung einer Hilfskraft in ein bestimmtes Programm, ist vielleicht nicht dringend, kann aber dazu führen, dass sehr schnell, Tätigkeiten abgegeben werden können. Anstatt diese Einarbeitung für die Zukunft einzuplanen, kann diese vorgezogen werden, weil Sie einen deutlichen Vorteil bringt.
  • Den Wagen von der Autowerkstatt abzuholen, kann man sicher delegieren, allerdings, könnte man sich fragen, ob die Person an die man die Abholung delegiert, nicht auch etwas dringendes UND wichtiges erledigen kann, während man den Wagen selber holt. Der Vorteil läge in der Möglichkeit gleichzeitig die Beziehung zum Autohaus zu optimieren.
  • Den Gespräch mit der Schulleitung Ihres Kindes könnten Sie sicher auch delegieren, an Ihren Ehepartner, aber vielleicht ist es später einmal hilfreich, dies nicht getan zu haben – abgesehen von den Details über die schulische Entwicklung Ihres Kindes, bekommen Sie die Möglichkeit sowohl die Schulleitung als auch Ihren Ehepartner zu beeindrucken und an Einfluss zu gewinnen.

Sicher haben Sie bereits andere Beispiele im Kopf und versuchen die verschiedenen Kombinationen auszuprobieren. Damit dies nicht so schwer fällt, stelle ich Ihnen hier die Aufwand / Nutzen Matrix vor.

 

 

Mit Richtung denken erleichtert die Kopfarbeit

Sie kennen sicher den Ausspruch: “Mir dreht sich der Kopf”.  Natürlich dreht sich nicht der Kopf, sondern die Gedanken. Sie kreisen umher und geben keine Ruhe. Bei stark vernetzten “Köpfen” kann es dann schon mal sein, dass man den Ausgangspunkt außer Acht verliert und von einem Thema zum anderen Thema springt. Wenn wundert es dann, dass Entscheidungen schwer fallen. Bei Menschen, die sehr diskret denken, also ein hohes Bedürfnis haben, Themen abzuschließen, bevor sie etwas Neues anfangen, drehen sich die Gedanken nicht ganz so schnell, aber der gefühlte Druck wird größer.

Geben Sie Ihrem Kopf eine Richtung!  Mit den oben vorgestellten Methoden sollte es Ihnen möglich sein, etwas Klarheit in Ihre Optionen und Prioritäten zu bringen.

Vielleicht machen Sie einen Sport, bei dem es darum geht, von A nach B zu kommen – Bergwandern beispielsweise, oder Schwimmen, Radfahren, Joggen, etc. Dann kennen Sie das Gefühl, das sich nach einer Weile einstellt: Man läuft, schwimmt oder radelt und denkt dabei gar nicht mehr an den Weg selber, sondern nur noch an das, was als nächstes kommt. Der Blick ist auf das unmittelbar bevorstehende Ereignis gerichtet. Vielen Menschen tut dieses Erlebnis gut, weil es den Kopf aus der sprichwörtlichen “Drehung” befreit. Wenn der Kopf sich endlich einmal nur auf das nächste Ziel fokussieren kann, dann fühlt sich das an wie “Erleichterung.”

Darum: geben Sie Ihrem Kopf eine Richtung! Fangen Sie heute noch damit an. Nehmen Sie Ihre To Do Liste und setzen Sie sich Prioritäten.

 

Ich wünsche Ihnen dabei viel Erfolg.

Ihr Achim Lelle

 

Leave a comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.