Von Sinn und Unsinn

Wir leben in den Besten aller Zeiten, wenn es darum geht der Frage nach Sinn und Unsinn nachzugehen. So viele Krisenherde weltweit, so viele Konflikte, so viele Meinungen, die auf uns nieder prasseln und doch nur eines hinterlassen: Ratlosigkeit (zumindest für die meisten von uns, würde ich mal schätzen).

Wer versteht noch, warum in der Corona Pandemie einige Länder richtig böse betroffen waren und andere nicht? Wer versteht dass ein Europa in Krisenzeiten nur eines demonstrativ vorantrieb: die Schliessung der Grenzen? Wer versteht, warum so vielen Meinungen unsachlich begegnet wird? Wer versteht, warum eine Autoprämie in den Nachrichten erwähnt wird, aber die Auswirkung der Corona Pandemie in Afrika so gut wie gar nicht?

Wer in dieser Zeit lebt und nicht gerade ein regelmäßiges und gesichertes Einkommen hat, der steht vor einem riesigen Scheiterhaufen an Fragen. Zugegeben: die meisten in Deutschland sind in einer sogenannten “abhängigen Beschäftigung”, aber eben längst nicht alle. Nicht die Arbeitslosen, nicht die, die in Kurzarbeit sind, nicht die Selbständigen und nicht die “über 65-jährigen”, die nicht zum “Alten Eisen” gehören wollen sowie viele andere mehr, die ich hier gar nicht aufzählen will.

Dieser Scheiterhaufen an Fragen entsteht, wenn Geschehnisse nicht kongruent sind, wenn Handeln und Denken nicht zum gleichen Ergebnis kommen, wenn die “gemachte Meinung” nicht dem entspricht, was man persönlich wahrnimmt. Dieser Scheiterhaufen an Fragen schürt die Angst und verbreitet Misstrauen.

Wer will sich angesichts dessen anmaßen, zu urteilen über Sinn und Unsinn? Die wenigsten blicken noch durch und nachdem nun  einigen Wochen vergangen sind, begreifen die meisten, dass sie nur sich selber haben, dass ihnen nicht wirklich jemand hilft und dass die Verantwortung für die Zukunft nur in ihren eigenen Händen liegt. Sie ganz alleine haben das Schicksal in der Hand, … nicht die KfW, nicht die Hausbank, nicht die Regierung und nicht das Virus. Punkt.

Fassen wir mal zusammen: Wir leben in einer Zeit, in der es nicht ganz so einfach ist, den Sinn in allem zu sehen, in der die Herausforderungen enorm sind und in der wir völlig auf uns alleine gestellt sind. Was also tun? Wohin schwimmen, wenn die Schiffe brennen? Ein wenig kommt man sich vor, wie die Crew von Cortez, nachdem er befahl, die Schiffe zu verbrennen, um so den Blick nach vorne, also hin zur Invasion Mittelamerikas, zu schärfen. Wir haben ebenso nur den Blick nach vorne. Nichts ist geblieben, außer dem Blick nach vorne. Ein Zurück gibt es nicht mehr. Das Vertraute liegt in weiter, weiter Ferne. Vor uns nur neue Gefahren, Herausforderungen und Abenteuer.

Abenteuer?

Irgendwie erscheint dieses Wort zweideutig. Es soll uns, im Kontext des vorherigen Satzes sicher nicht ermutigen, tut dies aber trotzdem. Warum? Welchen Sinn macht es in der jetzigen Situation von Abenteuer zu sprechen. Wie unsinnig ist es, in der jetzigen Situation von Abenteuer zu sprechen.

Aber ist es nicht genau diese Ambivalenz, die uns in diesen Zeiten umtreibt und sogar vorantreibt?  Ist es nicht die Möglichkeit auf ein Abenteuer, das uns beflügelt? Wie lange haben viele von uns vielleicht schon darauf gewartet, endlich mal den Alltag zu wechseln, ja, sogar eine Entschuldigung zu haben, um endlich einmal den Tag so zu gestalten, wie man es selber möchte. Wie lange haben viele von uns sich nicht getraut, ihr Leben zu ändern, Veränderungen vorzunehmen und ihr Leben sogar selber in die Hand zu nehmen, aus Angst davor die vermeintliche Sicherheit zu verlieren. Aber wo ist sie nun, diese Sicherheit? Was ist denn noch sicher? Worauf können wir uns wirklich noch verlassen?

Sinn und Unsinn !?

Vielleicht ist diese Zeit ein Weckruf zur Vernunft, zur Herzlichkeit, zur Zufriedenheit und zum Abenteuer, das sich Leben nennt.

Warum nicht mal eine Bestandsaufnahme machen und sich fragen: War das alles? Ist da nicht doch noch mehr drin? Was könnte ich alles noch machen? Wozu habe ich alle diese Fähigkeiten, wenn nicht viel, viel mehr dabei für MICH übrig bleibt? Wie viel Zeit bleibt mir noch, um meine Träume zu erfüllen? Wenn nicht jetzt, wann dann?

Eine sehr liebe Dame hat mir einmal gesagt: “Nichts ist so schlimm, dass es nicht wieder für irgendetwas gut ist!”  Ich nehme das jetzt einfach mal so an und frage nicht weiter nach Sinn und Unsinn.

Wie sehen Sie das?

Ihr Achim Lelle

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