Verantwortung übernehmen

Wenn wir uns umschauen, dann können wir sehr oft erleben, dass Menschen anderen Menschen Ratschläge geben. Wir erleben, dass konstruktiv (oder gelegentlich auch weniger konstruktiv) kritisiert wird. Nicht selten werden bekannte Thesen und Methoden zitiert um zu helfen. In der Regel meinen es die Menschen gut damit. Ratschläge geben und Kritik üben ist eine Form des Austausches. Sehr oft sind Fürsorge und Hilfsbereitschaft die treibende Kraft.

Bei alle dem gilt es jedoch eines nicht außer Acht zu lassen: Am Ende sind Sie ganz alleine verantwortlich für Ihre Entscheidung und für Ihr Handeln.

Umgekehrt bedeutet dies ebenfalls, dass niemand anderes für Ihr Tun und Handeln die Verantwortung übernehmen muss. Um so leichter fällt es dann ja auch, Ratschläge, Hinweise und Kritik zu verteilen. Würden Sie andere Menschen fragen, ob diese Ihre Verantwortung mit Ihnen teilen möchten, wäre die Antwort höchstwahrscheinlich “Nein, Danke”.

Wenn es um Verantwortung geht, dann geht es auch um die Frage: Wer muss Antwort und Rede stehen, für ein bestimmtes Ergebnis? Jemand, der in der Verantwortung steht, ist letztlich derjenige, der die Lorbeeren erntet oder der zur Rechenschaft gezogen wird, wenn was schief geht. In unserer hochentwickelten Welt ist es üblich, sich Hilfe zu holen, wenn man mal nicht weiter weiß. Sei es der Freund oder die Freundin, der Nachbar, der Kollege, der Arzt, der Physiotherapeut oder der Psychologe, alle sind als Helfer geeignet. Trotzdem würde Ihnen niemand die Verantwortung abnehmen.

 

Wie gerne übernehmen Sie die Verantwortung?

Kennen Sie Situationen, bei denen gefragt wird: “Und wer übernimmt dafür jetzt die Verantwortung?” Wenn Sie solche Situationen kennen, dann kennen Sie auch das, was bei den Gefragten passiert: Einige reissen sich geradezu darum, die Verantwortung zu übernehmen, während andere mit aller Kraft vermeiden, in Betracht gezogen zu werden.

Wie ist das bei Ihnen? Wie gerne übernehmen Sie die Verantwortung – für Ihr Leben, Ihre Ausbildung, Ihre wirtschaftliche Überlebensfähigkeit, Ihre Altersvorsorge, Ihre Gesundheit, Ihr berufliches Weiterkommen, für die Qualität Ihrer Beziehungen zu anderen Menschen, für die Gesundheit Ihrer Kinder, deren Ausbildung und guten Start ins Leben, für die Stimmung an Ihrem Arbeitsplatz und die Erreichung von Zielen oder für Ihr ganz persönliches Glück?

Verantwortung übernehmen heißt die Führung übernehmen

Wenn Sie die Verantwortung übernehmen, dann gibt es nur eine Person, die die Führung übernehmen sollte: Das sind Sie! Sie können aus alle den Ratschlägen, Hinweisen und Hilfestellung wählen und das für Sie Beste entscheiden – wenn Sie die Führung haben. Wenn es schief geht, sind Sie dafür verantwortlich – und wenn es gut geht, war es Ihre Entscheidung. Selbstverständlich bleibt es jedem unbenommen, die Erfolge dann zu teilen, üblicherweise mit denen, die bei der Entscheidungsfindung hilfreich mitgewirkt haben. Im Falle eines Misserfolges ist das allerdings nicht so. Und genau da liegt der springende Punkt.

Können Sie sich vorstellen, dass Sie die Führung bei etwas innehaben, das bedeutungsvoll ist, das für viele Menschen einen Unterschied macht und für das die Teammitglieder eine ganze Menge Energie und Leistung zeigen? Beispiele dafür sind die Planung des Familienurlaubes, die Meisterschaft in der E-Jugend beim Fussball, der Pitch beim Kunden, um ein großes Projekt zu gewinnen, die Erste-Hilfe Leistung, wenn Sie als Erster an einem Unfallort eintreffen oder die Entscheidung über die Fortführung einer künstlichen Beatmung bei einem Familienmitglied.

Ich habe diese Beispiele gewählt, um deutlich zu machen, dass Situationen, bei denen man die Verantwortung / Führung übernimmt, unterschiedlich bedeutsam sein können, obwohl es in jedem Fall um etwas Wichtiges geht. Worauf ich hinaus möchte ist, dass mit zunehmender Bedeutsamkeit auch unterschiedlich starke Gefühle ausgelöst werden. Das können postive Gefühle sein, wie das Gefühl der Freiheit und der Möglichkeit etwas zu verwirklichen, aber es können auch unangenehme Gefühle sein, wie Druck, Belastung, Versagensangst oder Unfähigkeit.

Wie gehen Sie mit diesen Gefühlen um? Wie geht es Ihnen, wenn diese Gefühle auftreten? Was möchten Sie diesbzgl. gerne verändern?

Verantwortung zu übernehmen ist nicht leicht. Deshalb sollten Sie sich der Verantwortung immer bewusst sein, aber auch der alleinigen Entscheidungsfreiheit. Denn wenn Sie die Führung einmal haben, dann nimmt Ihnen niemand die Verantwortung oder die Entscheidungen ab.

 

Übernehmen Sie die Verantwortung für IHR Leben

In unserer Arbeit als Coach treffen wir immer wieder auf Menschen, denen es schwer fällt, die Führung zu übernehmen – für Ihr Leben, aber auch für andere Dinge. Wenn wir danach fragen, wer verantwortlich ist, kommt es nur selten vor, dass diese Menschen die volle Verantwortung für ihr Tun und Handeln übernehmen wollen. Es ist vielmehr so, dass sie, angesichts der vielen Ratschläge, Hinweise, Kritiken und anderen äußeren Einflüsse, nicht genau wissen, was sie tun sollen. Leider führt das dazu, dass häufig nicht so gehandelt wird, wie es für einen selber am besten ist. Sehr oft werden die äußeren Einflüsse zu mächtig und der Mensch wiegt ab, zwischen Dingen die gar nicht ihn selber betreffen. Sehr gute Beispiele dafür sind: die Gestaltung der Hochzeitsfeier, bei der man unzählige Wünsche berücksichtigen muss, die Ausgestaltung einer Vorsorgevollmacht, bei der die Familienmitglieder eine Rolle spielen, oder bei der Höhe der Entscheidung über die Höhe der Dividenden in einer Firma, bei der die Anteilseigner unterschiedliche Zielsetzungen haben.

Können Sie sich vorstellen, dass es zufriedenstellend ist, wenn man zwar die Verantwortung und die Führung hat, also die volle Entscheidungsfreiheit, aber dennoch nicht so entscheiden kann, wie man es “am liebsten” möchte?  Wahrscheinlich nicht.

Dieses Spannungsfeld – auf der einen Seite die volle Verantwortung und auf der anderen Seite die Erkenntnis, dass man trotzdem nicht das bekommen wird, was man eigentlich möchte –  das nennen wir die “vorweg erlebte Enttäuschung“. Eine vorweg erlebte Enttäuschung führt zu Motivationsverlust, einhergehend mit reduzierter Energie und erhöhter Unaufmerksamkeit.

Wenn Sie ein Leben voller Zufriedenheit leben wollen, dann vermeiden Sie dieses Spannungsfeld!

  • Lernen Sie, was SIE zufrieden macht.
  • Achten Sie darauf, wie sich IHRE Stimmung und IHRE Energie verändern und wann.
  • Besinnen Sie sich darauf, was SIE brauchen.

 

Vermeiden Sie die Verantwortung für andere zu übernehmen

Mit ein wenig Gelassenheit werden Sie es schaffen, das, was in Ihrer Macht liegt, von dem zu trennen, was nicht in Ihrer Macht liegt. Wenn Ihr Kind bereits 18 Jahre alt ist und das Zimmer immer noch nicht aufräumt, dann seien Sie gelassen, es liegt nicht mehr in Ihrem Machtbereich. Wenn der Fahrer vor Ihnen nicht die Spur frei machen will, obwohl er es könnte, dann seien Sie gelassen: Sie haben keine Macht das Fahrverhalten anderer Menschen zu ändern. Aber vor allen Dingen, erwarten Sie nicht, dass SIE etwas daran ändern könnten.

Es gibt das Phänomen, dass Menschen gerne versuchen etwas zu erreichen, auch wenn dies gar nicht in Ihrem Zuständigkeitsbereich liegt. Letztlich geht es dabei darum, dass diese Menschen das Verhalten anderer ändern möchten, wobei es sich um einen einzelnen oder auch um eine Gruppe handeln kann.

Wenn man zufrieden sein möchte, ist es wichtig, dass man erkennt, wenn man bereits zufrieden sein kann. Übereifrigkeit, unangemessene Betroffenheit, Übergriffe in den Verantwortungsbereich anderer, etc. sind sichere Rezepte für Unzufriedenheit und Schlimmeres.

Letztlich kommt es darauf an, zu erkennen, wann es Mut und Tatendrang braucht, um Verantwortung zu übernehmen und wann es Gelassenheit braucht, um zu akzeptieren, dass man gar nicht in der Verantwortung steht. Wir wünschen Ihnen die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

 

Verantwortung leicht gemacht

Wenn Sie sich in dieser Thematik wiederfinden, dann sprechen Sie mit uns. Wir analysieren Ihre Entscheidungsstrategien und helfen Ihnen diese zu optimieren. Wir hinterfragen – gemeinsam mit Ihnen – was Sie bei Ihren Entscheidungen leitet und zeigen klar auf, wenn es “typische” Fallen gibt, die Ihnen immer wieder die Entscheidung schwer machen oder gar zu unvorteilhaften Entscheidungen führen. Wir helfen Ihnen dabei herauszufinden, was Ihnen wichtig ist, damit Sie sich in den Fokus Ihrer Entscheidungen stellen können.

Wir freuen uns auf Sie!

Ihr GesprächsZeit Team

 

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