Wege ändern sich – genießen Sie es!

Neulich musste ich meinen Weg auf den Berg abbrechen. Ein Gewitter war aufgezogen und ich konnte im Dickicht der Bäume nicht abschätzen, wohin das Gewitter zog und wie stark es war. Um mich herum donnerte und blitzte es und goss in Strömen. Ich suchte Schutz, um den Regen abzuwarten und dann musste ich mich entscheiden. Wollte ich weiter in Richtung Bergstation, rauf auf den Gipfel oder könnte ich damit leben, hier umzukehren.

 

Wenn das Leben uns neue Signale schickt …

Wieso oft im Leben, musste ich meinen Weg überdenken. Dafür gab es im Wesentlichen drei Gründe:

  1. Das Risiko, das Ziel nicht zu erreichen, war gestiegen, denn schließlich könnte ich auch zu einem späteren Zeitpunkt noch mal gezwungen werden, den Rückzug anzutreten.
  2. Die Gefahren, die mit der Erreichung des Zieles jetzt verbunden waren, überstiegen potentiell den Wert der Zielerreichung.
  3. Es gab eine Alternative, die zwar nicht so attraktiv war wie das ursprüngliche Ziel, dafür aber weniger Risiken barg.

Was mich also in dieser Situation bewegte, waren folgende drei Punkte: der richtige Zeitpunkt, die Risiken und die Alternativen.

Für viele Menschen sind an dieser Stelle noch ganz andere Dinge wichtig: die Beziehung zu anderen, die Ästhetik, Funktionalität, Ökonomie, Regeln, die es einzuhalten gilt, die verfügbaren Ressourcen, etc.

Jeder von uns hat seine Strategien um sich zu entscheiden oder sich zu motivieren. Einige dieser Strategien sind sehr hilfreich, andere Strategien können mitunter immer wieder zum Nachteil sein.

Es ist wichtig, diese Strategien zu kennen! Gute Strategien können kopiert werden. Elemente von weniger guten Strategien können ausgetauscht werden. Am Ende kommt es darauf an, womit man sich wohl fühlt.

 

Wenn Wege sich ändern, dann ändert sich einiges, aber nicht alles!

Wenn Wege sich ändern, ändern sich die Ansichten und Perspektiven. Es kann sein, dass das Ziel nicht mehr zu erreichen ist. Es kann sein, dass es länger dauert, mehr kostet und andere Qualitäten bietet. Es kann sein, dass etwas besser wird und einiges schlechter. Wir wissen es meistens nicht im Voraus. Wie sollen wir also damit umgehen, wenn die Wege sich ändern?

Zunächst ist es nicht verwunderlich, wenn der neue Weg noch unklar erscheint und nicht einzuschätzen ist. Mit der Zeit werden die Dinge deutlicher und anfängliche Skepsis wandelt sich in hoffnungsvolles Vertrauen oder überzeugte Ablehnung. Doch oft ist es uns nicht möglich, die Veränderung abzuwenden.

Hier helfen wieder die Zuversicht und die Hoffnung, “dass nichts so schlimm ist, dass es nicht wieder für etwas anderes gut ist”. Wenn der Weg sich ändert, lernen wir auch viel Neues kennen. Warum sollte Neues nicht auch gut sein? Warum sollten andere Ansichten und neue Perspektiven nicht zu einem besseren Leben verhelfen?

 

Wenn Wege sich ändern, dann heißt es “sich anpassen”

Jede Veränderung fordert uns auf, uns anzupassen. Dabei bestimmen unsere persönlichen Strategien unser Vorgehen. Oft brauchen wir einen Anstoß von außen, um uns auf den neuen Weg zu machen. Und wenn wir dann auf dem Weg sind, stellen sich plötzlich ganz neue Fragen. Das “Alte” tritt in den Hintergrund – das “Neue” beschäftigt” uns. Da liegt es an uns alleine, wie wir uns dem “Neuen widmen”. Unsere persönlichen Neigungen und Präferenzen, unsere Strategien für Antrieb und Motivation sowie unsere Fähigkeit, Unwegsamkeiten zu entgehen und Chancen zu nutzen, bestimmen unseren Weg.

Wie ein Fluss, der sich aufstaut und über die Ufer tritt, suchen wir unseren neuen Weg so zu gestalten, dass alles im Fluss bleibt. Wie die Sonnenblume, die sich nach der Sonne richtet, suchen wir nach Energie. Wie ein Baum, der – stark verwurzelt – doch in die Höhe wächst folgen wir dem Gesetz des Wachstums. Wie ein Adler, der durch die Lüfte gleitet, können wir den Weg überschauen und neue Ziele ausmachen.

Anpassen ist nicht in allen Kulturbereichen negativ besetzt. In einigen Kulturen ist Anpassung der Weg, um die Energien für sich zu nutzen. Wenn wir uns für Neues öffnen, können wir auch die Vorteile daraus nutzen.

 

Wer immer nur auf bekannten Pfaden wandelt …

… der wird auch keine neuen Wege kennen lernen, die möglicherweise viel besser zu ihm passen. Es kommt eben immer darauf an, ob man eher das Risiko vermeiden will oder neue Chancen sucht.

Am Ende gilt es, dabei nicht den richtigen Zeitpunkt zu verpassen. Viele Chancen bleiben nicht ein Leben lang verfügbar.

Oft lohnt es sich, die Karte zu wechseln. Wenn Sie von der Straßennetzkarte auf die Wanderwegkarte umsteigen, werden Sie feststellen, dass es viel mehr Alternativen gibt als Sie dachten, viel mehr Pfade, viel mehr Wege und vor allen Dingen: ganz neue Eindrücke und Erkenntnisse.

 

Im schönen Köln heißt es: “wat küt, dat küt und wat mut, dat mut”

Ich bin letztlich froh, dass mich das Gewitter überrascht hat. So konnte ich den Weg auch mal aus der anderen Richtung laufen. Dabei wurde mir seine Schönheit erst nochmal so richtig bewusst. Mein Ziel habe ich nicht erreicht. Aber dafür habe ich einmal mehr gesehen, dass es sich lohnt, gelassen zu bleiben und die Dinge auf sich zukommen zu lassen.

Achten Sie gut auf Ihren Weg. Verpassen Sie nicht den richtigen Zeitpunkt für einen Richtungswechsel. Sehen Sie nicht nur die Risiken, sondern auch die Chancen. Und vor allen Dingen: sehen Sie Ihre Alternativen.

 

Ich wünsche Ihnen viele neue Eindrücke und Perspektiven

Ihr Achim Lelle

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