Wieder aufstehen – Krone richten – Lächeln

Das Geheimnis der Resilienz

Wenn ich nicht ich selber bin, wer bin ich dann? Wer in den Spiegel schaut, darf auch gerne etwas lächeln – das verstärkt die Freude des eigenen Anblicks. Und genau so funktioniert das mit der Resilienz. Wer immer wieder aufstehen kann, sich seiner selbst bewusst ist und dabei für jeden ein Lächeln übrig hat, darf sich glücklich schätzen. Leider schaffen das immer weniger Menschen. Warum ist das so?

  1. Weil die Herausforderungen des Lebens sich kontinuierlich wandeln.
  2. Weil wir verwundbarer werden, je mehr wir uns dem Leben öffnen.
  3. Weil unsere Resourcen auf Leistung ausgerichtet sind – und nicht auf den Selbsterhalt.

Fazit: Um uns ständig anpassen können ohne verwundet zu werden brauchen wir die richtigen Resourcen.

 

Die geheimen Ingredienzen der Resilienz

Der Neurowissenschaftler und Bestseller Author Rich Hanson identifiziert 3 Bereiche in denen wir die wesentlichsten Resourcen finden: Unsere Umwelt, unser Körper und unseren Geist. Während es schnell einleuchtet, dass wir durch die Unterstützung aus unserer Umwelt – unser soziales ICH (Bekannte & Verwandte, unser Netzwerk, Partner) – sehr viel Unterstützung erhalten können und auch die Vorteile eines gesunden und vitalen Körpers – unser physisches ICH – einfach nachvollziehbar sind, ist unser Geist – also unser mentales ICH – i.d.R. mit wenig Resourcen ausgestattet. Doch genau diese Resourcen des mentalen ICH machen den Unterschied.

Was sind diese Resourcen die unseren Geist so stark machen, so dass er uns die Kraft gibt, immer wieder aufzustehen, die Krone zu richten und dabei auch noch zu lächeln? Es sind im wesentlichen alles Dinge die uns – jedes für sich – stärken, indem wir uns selber als stark erfahren. Was diese Stärke ausmacht liegt in der Macht unserer Gedanken. Wer Stärke darin sieht, dass er ein 400 PS starkes Auto in der Garage hat oder 10000 Follower auf Facebook oder eine Vielzahl von Kapitalanlagen, der sieht das so, weil er (oder sie) das so gelernt hat. Das Problem ist, das dies nur äußerliche Stärke ist. Die Stärke der Resilienz kommt von innen, von unserem mentalen ICH. Resilienz beruht auf dem was wir über uns gelernt haben, wie wir sind, was uns ausmacht und vor allem: wir wir uns selber sehen. Wenn wir daran arbeiten, können wir unsere Resilienz verbessern.

Die Dinge die unsere Resilienz ausmachen liegen vor allem in unserem Charakter, in unserem Tun und Handeln und in unseren Überzeugungen. Nachfolgend dazu einige Beispiele:

  • Achtsamkeit – die Königsdisziplin der persönlichen Entwicklung. Im Englischen “Mindfulness” genannt, beschreibt Achtsamkeit die Fähigkeit, ohne dabei ein Ziel zu haben, auf sich selber zu achten und zu erkennen wie man ist, was man gut macht, was einen belastet oder wie es einen in einer bestimmten Situation geht. Sich selber zu erkennen, ist die Grundlage für eine gesunde Veränderung.
  • Stetigkeit ist Quelle der Erfüllung. Nicht die schnelle Belohnung gibt das Gefühl, sich voll eingesetzt zu haben, sondern die stetige Initiative und die Wertschätzung gegenüber einem stabilen Wachstum. Erfüllung findet der, der sich voll und ganz einlässt.
  • Stärke liegt in Geist und Seele, nicht in den Muskeln. Ein Boxer der sich nicht traut, dem nützen auch seine Muskeln nichts. Wenn der Geist und die Seele nicht mitspielen, dann verlieren die Muskeln gegenüber dem Gefühl jegliche Bedeutung.
  • Auch ein kleines Herz kann unendlich viel Dankbarkeit besitzen. Dankbarkeit kostet nichts, verdoppelt sich aber jedes Mal. Wer dankbar ist, belohnt nicht nur seinen Nächsten, sondern auch sich selber. Dankbarkeit ist der Schatz der Weisen.
  • Selbstsicherheit ist eine Überzeugung die in beide Richtungen funktioniert. Der Trick ist, sich für die richtige Richtung zu entscheiden. Wie sieht Selbstsicherheit aus, wie fühlt es sich an, was passiert, wenn wir selbstsicher sind? Wer sich lange genug zurück erinnert, wird genügend Bilder finden. Wir müssen nur die richtigen Bilder suchen.
  • In der Ruhe liegt die Kraft. Dazu bietet sich folgendes Bild an: Du bist der Himmel – Der Rest ist nur das Wetter! Das Wetter kommt und geht, aber der Himmel bleibt, blau und strahlend oder in der Nacht von Sternen erleuchtet.
  • Motivation braucht ein Motiv. Motive gibt es viele. Aber nicht jedes Motiv ist gut für uns. Es ist weise sich für mehr Zufriedenheit zu entscheiden anstatt für weniger. Wer weiß was ihn zufrieden macht, kann sein Leben danach ausrichten.
  • Gemeinsamkeit lässt Gefühle lebendig werden. “Eine vertraute Hand im Dunkeln ist mir lieber als ein Licht in der Einsamkeit.” Wer sich auch in anderen wiederfindet ist nicht länger auf der Suche. Gemeinsam ist man weniger einsam.
  • Mut ist die Kombination aus Friedfertigkeit, Freundlichkeit und Furchtlosigkeit. Frieden muss oft hart erkämpft werden. Es gehört Mut dazu in Frieden leben zu wollen und trotz allem freundlich zu bleiben, denn wer sich auf diesen Weg begibt, darf keine Furcht haben.
  • Erwartungen an sich selber dürfen ruhig auch mal größer ausfallen. Wer sich nicht streckt wird auch nicht wachsen. Zufriedenheit kennt keine Grenzen. Wieviel Aufregung und Lebenfreude vertragen Sie? Was möchten Sie noch erreichen und was würde das für Sie bedeuten?
  • Grosszügigkeit ist ein Gefühl – kein Geschenk. Wer grosszügig ist, tut dies nicht aus Überlegung, sondern aus einem Gefühl heraus, dem Gefühl “geben zu wollen”. Was wir geben bekommen wir irgendwie zurück, heißt es so schön. Und es ist genau der Glaube daran, der uns antreibt, denn wer glaubt nicht gerne, dass alles das, was er bereits gegeben hat, irgendwann und irgendwie zurück kommt.

 

Resilienz ist was uns ausmacht

Unsere inneren Resourcen geben uns die Gelassenheit und die Zuversicht die Herausforderungen des Lebens anzunehmen, ganz gleich wie verwundbar wir sind, weil sie uns ausmachen. Wer seine inneren Resourcen kennt, kann sich darauf besinnen und diese kontinuierlich ausbauen. Letztlich gibt es dabei kein Ende. Resilienz kann unglaublich stark machen.

Doch eines sollte dabei immer bedacht werden: Sie müssen Ihre Resourcen schon selber ausbauen, das kann niemand für Sie übernehmen. Diese Verantwortung liegt ganz bei Ihnen.

Wie Sie mit Ihren Herausforderungen umgehen, wie Sie Ihre Verwundbarkeiten schützen und wie Sie Ihre inneren Resourcen ausbauen, ist das, was Ihre Fähigkeit ausmachen wird, in diesem Leben – das von vielen Möglichkeiten, aber auch von vielen Unwegsamkeiten, geprägt ist – klar kommen werden. Die oben aufgeführte Liste ist längst nicht umfassend. Es sind nur Beispiele, die zeigen sollen, dass es auf unser Innerstes – unseren Geist, unsere Gedanken, unser Tugenden und unseren Charakter – ankommt. Welche inneren Werte, welche Überzeugungen und Leitlinien, für Sie die Richtigen sind, erfahren Sie, wenn Sie sich fragen, wer Sie sein wollen. Denn nur wer weiß, wer er sein will, kann sein Innerstes auch danach formen.

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen aufrichtigen Blick in den Spiegel. Und vergessen Sie nicht zu lächeln.

Ihr Achim Lelle

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